Mittwoch, 2. Januar 2013

2/365 Selbstbetrug - erkannt!

Es ist schon viele Monate her, da habe ich den kompletten Haarschnitt eines Schafes in einem blickdichten blauen Müllsack bekommen Da hätte es auch besser bleiben sollen ...
Leider war das ganze Vlies voller Stroh, Kletten, Nachschnitt und verklebt mit dem Dreck von hinten :-(
So hat es auch gerochen, also versuchte ich wochenlang den Mist zu reinigen, zu entfetten, aufzuräumen. Irgendwann nach gefühlten 70 Wochen und 4 Flaschen Spülmittel habe ich völlig entnervt die wenigen einigermaßen brauchbaren Partien rausgerupft, in einen Kissenbezug gesteckt und in die Waschmaschine gestopft. Mehrfach. Danach ging es einigermaßen. Das Zupfen brachte immer noch Streukrümel und viele Nachschnittknubbel zum Vorschein.
Das Kardieren mit den Handkarden ist eine Strafe, öde und macht keine Freude, also lag der Kram ewig in der Ecke. Jetzt bei meinen Färbeversuchen kam es mir wieder in den Sinn und nun wollte ich mir die Strafarbeit etwas fröhlicher gestalten.

Also habe die noch vorhandenen Farben auf einem Teil des Schafs verteilt - mal gucken, ob's geht. Es ging. Aber das Kardieren ist genauso blöd, wie vorher.
Ob ich mir das überlegt hatte? Wohl  nicht ... denn

Unter der bunten Fassade bleibt doch die Arbeit die gleiche.

Warum bloß, tue ich mir immer wieder so etwas an?

Katze im blauen Sack, braune Kratzewolle, ...

Immerhin eine Erkenntnis bereits am zweiten Tag des Jahres - es besteht Hoffnung für 2013!

Kommentare:

Perlenhuhn hat gesagt…

Oje, das sieht wirklich nach Strafarbeit aus ;-(

mamalu-und-lu hat gesagt…

In unserer Spinnunde hat sich eine zur Aufgabe gemacht in 2012 das Spinnen zu erlernen und dabei bei der Rohewolle zu beginnen... das erste dreiviertel Jahr hat sie überwiegend Kardiert und gewaschen... seit November treffen wir uns erst und sie hat sich nun eine Kardiermaschine geliehen... wirklich eine Strafarbeit!
Aber auch ein tolles Projekt - wenn sie es fertig hat. Bin gespannt, wenn wir uns am Montag sehen, ob ihr Pullover fertig geworden ist. Das war ihr Ziel in 2012.
LG, Chrisitna

Raphaela hat gesagt…

Oh ja, so einen Schweinkram im Müllsack habe ich mir auch mal schenken lassen. Seitdem hatte ich die Motten in der Bude — und das stinkige Zeug, das anfing wieder zu leben, das landete dann auf dem Kompost. Sowas würde ich mir NIEMALS wieder ins Haus holen. Aber falls du noch was möchtest: Ich weiß jemanden, der hält 150 Schafe und wäre glücklich, wenn jemand die Wolle haben will. Wohnt ganz in der Nähe der Milchkannen . . .
Viele Grüße,
Raphaela

deUhl hat gesagt…

Och nee,so ein Schafkram,schicke Dir ein Trösterchen.
Liebe Grüße,Sabine

Ricolina hat gesagt…

Ich hab da auch so ne Tüte im Stall liegen... Schwarzkopf...
Genau da werde ich es im Frühjahr unter die Lupe nehmen und entscheiden: hopp oder topp!
So viel Arbeit wie du werde ich mir definitiv nicht machen!

Liebe Grüße
Andrea